Terence Carr: Völlerei
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Terence Carr: Völlerei

Terence Carr: Völlerei

43 x 18  cm
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Bronze Skulptur | hanbemalt | 2017 | Limitierte Auflage 30 Exemplare | signiert | 43 x 18 x 19 cm

Da die Skulpturen handbemalt sind, können farbliche Abweichungen entstehen.

Bewegung / Stil: Neoexpressionismus

ODER
Werks-Nr.: TC000002

Über das Kunstwerk

Die „Völlerei“ ist eine Bronze Skulptur von Terence Carr aus der Serie der „7 Sins“ - die sieben Todsünden.

Den Mittelpunkt der „Völlerei“, im umgangssprachlichen Sinne auch als Fresssucht oder Maßlosigkeit und im biblischen Sinne eben als Völlerei bezeichnet, bildet eine füllige, nackte Frau, die sich mit ihrer Zunge die Oberlippe leckt, mit einem Granatapfel, dem Symbol für Reichtum und Fruchtbarkeit, in ihrer linken und nach den Pralinen greifend mit ihrer rechten Hand. Sie sitzt auf einem roten Stuhl mit überdimensional langen Beinen. Auf ihrem Schoß liegt ein grüner Tisch, auf dem verschiedene Pralinen angeordnet sind, mit ebenso überdimensional langen Beinen an der Vorderseite. Zu ihren Füßen befinden sich zwei Schweine, als Symbol für Gefräßigkeit, eine Traubenrebe als Symbol für üppige Fülle und eine Orangenhaut. Auf ihrem Kopf türmen sich ein Pelikan mit zwei Fischen im Schnabel, ein Fantasievogel mit Wolfskopf und einer Schlange im Maul und ein Aasgeier auf.

Einen großen Bestandteil der Arbeiten von Terence Carr bildet der Hedonismus, welcher davon ausgeht, dass positive Empfindungen wie Freude und Lust, als auch die Verdrängung von negativen Empfindungen wie Trauer oder Leid, sich nur im Inneren eines Menschen entfalten. Umgangssprachlich kann der Hedonismus auch als nur an momentanen Genüssen orientierte, egoistische Lebenshaltung gesehen werden, oder wie Terence Carr es selbst beschreibt: „Die moderne Spaßgesellschaft entwickelt das zu einer neuen Religion und ignoriert teilweise, ob etwas richtig oder falsch ist. So entsteht das Verlangen nach mehr, auf Kosten der Schwächeren dieser Welt. Und Lügen ist stubenfähig und geduldet.“ Mit der Serie „7 Sins“ hält er den Menschen einen Spiegel vor.

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Über Terence Carr

Terence Carr

Terence Carr, dessen Familie von Irland über Australien nach Afrika auswanderte, wurde in Nairobi, in Kenia geboren und verbrachte dort die ersten 19 Jahre seines Lebens. Der erste ausschlaggebende Umbruch in seinem Leben fand 1971 statt, als er nach England ging, um sich dort in der Royal Military Academy Sandhurst zum Offizier der britischen Armee ausbilden zu lassen. Als fertig ausgebildeter Soldat musste er sich dem nächsten Umbruch seines Lebens stellen: Der Stationierung in Deutschland.

Mit den Jahren kamen ihm die ersten Zweifel an den Tugenden, die er eingedrillt bekam und den Wertvorstellungen mit denen er infiltriert wurde. Ein Manöver an der deutsch-deutschen Grenze, als ihm plötzlich die russischen Truppen gegenüber standen, führte zum nächsten Umbruch in seinem Leben - Die Entscheidung den Militär zu verlassen um ein Kunstpädagogik Studium an der Universität Augsburg zu absolvieren. Direkt darauf, ein weiterer Umbruch: Der Entschluss kein Lehrer, sondern freischaffender Künstler zu werden. 

1996 packte ihn das Heimweh, sodass er für 1 Jahr nach Südafrika zurückkehrte. Dort entdeckte er, nicht zuletzt durch die Begegnung und Zusammenarbeit mit dem einheimischen Künstler Bob Slingsby, die Kunst des Bronzegusses. In seiner Entwicklung begann er jedoch zunächst als Maler, bis er seine Passion zum bildhauerischen Arbeiten entdeckte. Durch das Bearbeiten von Holz mit einer Motorsäge konnte er sein Innerstes nach außen kehren. Mittlerweile gehört Terence Carr zu den namhaftesten Künstlern der Welt. Seine Werke lassen sich international in Ausstellungen begutachten und sind in zahlreichen bedeutenden Sammlungen vertreten.

All diese Erfahrungen, Ereignisse und Umbrüche sind Teil der Arbeiten von Terence Carr und finden sich auf energetische Weise in jedem seiner Objekte wieder. Zunächst ging es darum die "Wut im Bauch" rauszulassen und loszuwerden, bis er irgendwann dazu kam seine innersten Widersprüche und die Widersprüche des Weltgeschehens und des menschlichen Daseins in seinen Werken zu verarbeiten. Er verwendet stetig wiederkehrende Symbole, in denen sich die Ambivalenzen - Gut und Böse, Liebe und Hass, Krieg und Frieden, Schmerz, Angst, Leiden, Toleranz und Menschlichkeit - widerspiegeln: Tiere mit menschlichen Zügen und Menschen, die animalisch erscheinen. Die Schlange als christliches Symbol der Sünde und des Todes, die im späten Christentum jedoch auch ein Symbol für die geistige Führung des Menschen war. In Terence Carrs Werken nimmt die Schlange eine stabilisierende Mittlerrolle zwischen Himmel, Hölle und Erde ein. Auch Flugzeuge finden sich in seinen Werken des Öfteren wieder. Zum einen erwecken sie Freude auf ferne Länder oder den Gedanken an Urlaub, zum anderen stehen sie für die Zerstörung der Natur und für Krieg. Ziel und Sinn seiner Arbeit ist es, Grenzen aufzuspüren und aufzuzeigen, um sich im besten Fall darüber hinweg zu setzen.

Natürlich gehört dazu die Verarbeitung seiner beim Militär gewonnenen Eindrücke und Erlebnisse, aber das reicht nicht aus, um zu beschreiben, was da geschieht. Das zentrale Thema seiner Arbeiten ist das Dasein des Menschen, welches die Ambivalenz von Gut und Böse ist. Er setzt sich mit den Kernfragen menschlicher Existenz auseinander, stellt soziale Beziehungen her, zeigt Widerspruch um Widerspruch auf und geht dabei so tief in die Materie, dass es für den menschlichen Geist auf den ersten Blick gar nicht erfassbar ist. Und genau durch dieses Können, jegliche Widersprüche des Geschehens auf der Erde und im Menschen, nicht nur nebeneinander zu stellen, sondern sie miteinander in Verbindung zu setzen und sie zu vereinen, schafft er es, das Träumerische real zu machen und somit die Grenzen zu überwinden.

Nachdem die Botschaften in seinen vorherigen Arbeiten verschlüsselt und nur dann zu entschlüsseln sind, wenn man sich ins Schaffen des Künstlers Terence Carr hineinarbeitet, hat er sich bei "7 Sins" dazu entschlossen den Zugang für den Betrachter einfacher zu gestalten, die Skulpturen realistischer zu entwerfen und sie mannigfaltig mit passender Symbolik auszustatten.

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