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Mel Ramos

Mel Ramos

Bei kaum einem anderen Vertreter der Pop Art ist das Œeuvre so intensiv von der Comic-Ästhetik geprägt wie bei Mel Ramos (*1935). Der Sohn portugiesischer Einwanderer begann Anfang der 1960er-Jahre in Kalifornien Figuren wie Batman, Superman oder The Spectre zu malen. Damit distanzierte er sich bewusst vom damals in den USA vorherrschenden Abstrakten Expressionismus.

Ab 1963 kultivierte Ramos dann den Stil, für den er noch heute weltberühmt ist. Er kombinierte Superheldinnen wie Wonder Woman mit Symbolen und Motiven der Konsumkultur, vornehmlich Arrangements aus der Werbung. Seine Protagonistinnen sind meist üppig, sexy und nur leicht bekleidet. Einerseits bedient sich Mel Ramos hier der gängigen Praxis, Produkte, mit Hilfe von aufreizender Sexualität zu verkaufen, andererseits kritisiert er diese aber durch seine Kunst ausdrücklich. Er hält der Gesellschaft also einen Spiegel vor.

Seine „Commercial Pin-Ups“ sollten über Jahrzehnte das Markenzeichen von Mel Ramos bleiben. Die kalkulierte Kritik für seine expliziten Frauendarstellungen ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Sie kam zunächst von konservativer, später auch von feministischer Seite. Bei einer Einzelausstellung im Jahr 1967 wurden Ramos-Bilder sogar von der Kölner Polizei verhängt. Die Ausstellung hatte Arbeiten aus seiner Serie „Animal Paintings“ gezeigt, die Frauen in eindeutigen Posen mit Tieren wie Robben, Kängurus oder Nilpferden kombinierten.

Typisch für Ramos ist es aber auch, die Bilderwelt Alter Meister, vornehmlich aus dem Aktbereich, zu verarbeiten. Dazu ersetzt er die Erotik aus den Gemälden zum Beispiel von Modigliani und Manet oder auch aus antiken Skulpturen durch die offensive Sexualität seiner farbintensiven Pin-Ups.

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